Magazine 29. Mai 2020

Farbige Diamanten

Der Diamant gilt als der „König der Edelsteine“. Neben farblosen Steinen kommen Rohdiamanten in seltenen Fällen auch in verschiedenen Farbtönen vor.

Als härtester Stoff dieser Welt gilt der Diamant als „König der Edelsteine“. Erstaunlicherweise besteht er aus einem einzigen Element, nämlich Kohlenstoff (C). Jahrhundertelanger Einfluss von extrem hohem Druck und großer Hitze im Erdinneren verwandelten den Kohlenstoff in Diamanten. Er kristallisiert sich in Form des klassischen Oktaeders, der wie zwei gespiegelte Pyramiden aussieht. Aus dieser natürlichen Form wurde zunächst der Tafelschliff und später der Brillantschliff entwickelt.

Weiße Diamanten

Grundsätzlich gilt die Regel: Je farbloser (weißer) und transparenter sich ein Diamantkristall zeigt, desto mehr entspricht er dem „Ideal“ des Diamanten, desto seltener tritt er auf und desto wertvoller ist er. In der Natur finden sich verschiedenste Abstufungen von farblos bis in den gelblichen Bereich. Die Tönung von Diamanten wird mit den Buchstaben D – Z als Norm angegeben, wobei D die höchste erreichbare Stufe von farblos bezeichnet und Z die stärkste gelbliche Tönung.

Farbige Diamanten

Der Farbton von weißen Diamanten wird auf einer Skala von D – Z gemessen. Zum unteren Ende der Skala hin wird eine deutliche gelbe Färbung der Steine erkennbar. Diamanten mit einer intensiveren gelblichen Färbung als Farbstufe „Z“ oder Tönungen in anderen Farben werden „fancy colored diamonds“ genannt. 

Abhängig vom speziellen Farbton und seiner Intensität kann sich sehr der Wert eines Diamanten stark erhöhen oder auch verringern. Beispielsweise verringert sich der Wert weißen Diamanten, umso deutlicher eine gelbliche Färbung erkennbar wird. Im Gegensatz dazu sind Diamanten mit einer beispielsweise intensiv pinken oder blauen Färbung enorm wertvoll. 

Farbige Diamanten kommen in einer breiten Farbpalette vor: Von stahlgrau über gelb, orange und rot bis hin zu blau, grün, lila, braun und schwarz. Noch weitaus seltener sind die Farbtönungen Pink, Orange, Blau, Gründ und das fast als Phantom auftretende, extrem seltene Rot (es gibt weltweit nur extrem wenige Exemplare). Für die Beurteilung von farbigen Diamanten gibt es wiederum eine Abstufung. Als Beispiel für Pink: Fancy light Pink, Fancy Pink, Fancy Deep Pink, Fancy Vivid Pink.

Der hier gezeigte Ring etwa formt die Fassung für einen rosa-farbenen Diamanten im trapezförmigen Schliff. Er wiegt 1,60 Carat und ist mit fancy orangy-pink bezeichnet – eine Farbtönung, die äußerst selten auftritt. In den Ringschultern sind drei Reihen Diamanten ebenfalls, passend zum Zentrumsstein, im Trapez-Form zugeschliffen, was die Dynamik der Ringform unterstreicht.

Im unten gezeigten Ring ist ein cognac-farbener Diamant im Cushion-Schliff gefasst. Der 5,26 carätige Edelstein wird von einer doppelten Ringschiene aus  Roségold gehalten.

Wie entstehen die Färbungen? 

Während die Reinheit von Diamanten durch nicht ganz umgewandelte Kohlenstoff-Moleküle beeinträchtigt wird, können chemische Unreinheiten oder Unregelmäßigkeiten in der Struktur Färbungen verursachen. 

Pinke und rote Färbungen entstehen durch plastische Deformation der Kristallstruktur, verursacht durch Temperatur und Druck. Schwarze Diamanten verdanken ihre dunkle Färbung mikroskopisch kleinen Verunreinigungen durch Graphit oder andere Elemente. Ein violette Farbton hingegen resultiert aus einer Kombination von Verzerrung der Kristallstruktur und hohem Wasserstoff-Gehalt.

Berühmte fancy colored diamonds

Roter Moussaief-Diamant

Der Moussaief-Diamant ist der größte bekannte rote Diamant. Angeblich wurde 1990 er als 13,90 ct schwerer Rohstein von einem brasilianischen Farmer gefunden. Nach seinem Schliff in die dreieckige Trillion-Form wiegt dieser außergewöhnliche Edelstein noch 5,11 ct. Neben der enormen Seltenheit roter Diamanten, besonders dieser Größe, lässt die nahezu perfekte Reinheit dieses Steins seinen Wert noch weiter steigen.

Der blaue Diamant der Wittelsbacher 

Dieser intensiv blaue Diamant wurde in Golconda, Indien gemint. Der Rohstein wog ganze 35,56 ct mit einem Durchmesser von 24,4 mm und einer Tiefe von 8,29 mm. Nach seinem Schliff in ein einzigartiges Arrangement von 82 Facetten gelangte der Diamant in den Besitz der Wittelsbacher-Familie und wurde später in der bayrischen Krone gefasst.

Der grüne Diamant von Dresden 

Der Dresdener Diamant ist der größte und bekannteste grüne Diamant der Welt: Erstmals wurde er bereits 1722 in einer Londoner Zeitung erwähnt. Der Rohstein wurde in der indischen Kollure-Mine abgebaut und wiegt nach seinem Schliff in die Tropfen-Form 41 ct. Über zwei Jahrzehnte hinweg wurde er im deutschen Dresden ausgestellt, woher auch der Name des Diamanten rührt. 

Pink Star

Dieser fast 60 ct schwere Diamant wechselte zuletzt bei einer Auktion von Sotheby’s den Besitzer. Das erste Gebot lag damals bei 48 Millionen Schweizer Franken – und erreichte mit einem Endpreis in der Höhe 71,2 Millionen Dollar einen neuen Weltrekord. 

 

Zu den Schmuckstücken der Kollektion von Schullin Wien