Magazine 26. Februar 2020

Der Spinel – vom Rohstein bis zum fertigen Schmuckstück

Vom Kauf des Rohsteines bis hin zur Fertigung des Ringes: Begleiten Sie die Enstehung eines unvergleichlichen Schmuckstücks.

Der Spinel

Über tausende Jahre hinweg verwandeln extreme Hitze und großer Druck im Erdinneren ganz bestimmte, selten vorkommende Mineralien zu Edelsteinen. Der extrem selten vorkommende rote Spinel ist ein Beispiel für ein solches Naturwunder. Spinelle sind, chemisch gesehen, ein Magnesium-Aluminat und werden überwiegend in Afrika und Asien gefunden. Für ihre fesselnde rote Farbe und außergewöhnliche Leuchtkraft ist das enthaltene spurenelement Chrom verantwortlich.

Das hier abgebildete Exemplar wurde von Herbert und Lukas Schullin persönlich in Vietnam (Yen Bai), dem Ort der Förderung dieses Edelsteines, bei einem Landwirt angekauft: Aufgrund des dort herrschenden Kommunismus gibt es in der südostasiatischen Republik keine großen Abbaugesellschaften. Stattdessen werden die Rohsteine von Landwirten in kleinen Schächten auf eigenem Grund oder Flußbetten entdeckt.

 

Ob aus einem Rohstein ein geschliffener Edelstein entstehen kann, ist anfangs unklar: Die Erfahrung und Intuition eines geübten Auges sind im Entscheidungsprozess essenziell. Spinelle sind in der Regel sehr klein. Ein Stein über 10 ct in guter Qualität ist daher eine absolute Seltenheit – weltweit. Nach seinem Schliff wog der in Vietnam abgebaute und angekaufte rote Spinel noch 5.31 ct.

Wussten Sie schon?

Lange dachte man, der leuchtend rote Edelstein an der britischen Kaiserkrone sei mit einem Rubin besetzt. In Wahrheit handelt es sich dabei um einen Spinel, der unglaubliche 170 Karat wiegt. Die Geschichte dieses Steins reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Obwohl der außerordentlich große Edelstein später als Spinel erkannt wurde, ist er nach wie vor, benannt nach einem seiner Besitzer, als „The Black Prince’s Ruby“ bekannt. 

Design und Fertigung

Zurück im Atelier von Schullin in Wien diente das Bestreben, die außergewöhnliche Schönheit des roten Spinels perfekt zu unterstreichen, als Inspiration im Design-Prozess. Alle Entwürfe aus der Feder unserer DesignerInnen werden zunächst als 3D-Skizze  ausgearbeitet und infolge vor Ort im Wiener Atelier von Hand gefertigt.

Für außergewöhnliche Edelsteine wie den roten Spinel, aber auch auf Kundenwunsch hin, wird oft eigens ein ganz neues Design entworfen. Der quer gelegte Mittelstein wird zu beiden Seiten von Diamanten im Baguette-Schliff begleitet. Um diese perfekt an das schmal zulaufende Design der Ringschiene anzupassen, wurden die Diamanten speziell für dieses Schmuckstück eingeschliffen. Die aus 18-karätigem Weißgold gefertigte Fassung hält die Diamanten in einem Channel Setting und den roten Spinel mit vier grazilen Krappen.