Magazine 6. März 2020

Der Smaragd

Smaragde zählen seit Jahrhunderten zu den begehrtesten aller Edelsteine. Ihre unvergleichliche grüne Farbe ist für natürliche Materialien einzigartig und findet nicht selten ihren Weg in literarische Metaphorik.

Die Geschichte des Smaragdes

Das Wort „Smaragd“ stammt vom Griechischen „smáragdos“ ab und bedeutet „grüner Stein“. Die ersten Edelsteine dieser Art wurden bereits im 13. Jahrhundert in Ägypten gefunden. Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurden in den Bergwerken von Sikait und Sabara Smaragde abgebaut und in ganz Europa, aber auch dem Orient und bis nach Indien gehandelt. Im Zuge der Eroberung Südamerikas durch Spanien im 16. Jahrhundert wurde auch das Muzo-Bergwerk in Kolumbien erschlossen, welches fortan die ägyptischen Quellen ersetzte.

Die heute wichtigsten Vorkommen liegen in Kolumbien, Brasilien und Gambia.  In südafrikanischen Ländern sind kleinere Vorkommen zu finden. Mehr als die Hälfte der heute gehandelten Smaragde stammen aus Kolumbien.

Die in den Schmuckstücken von Schullin Wien gefassten Smaragde werden meist in Jaipur, Indien,  angekauft:

“Wir reisen oft in die ‚Pinke Stadt‘, dort haben sich viele Händler auf Smaragde spezialisiert”, so Herbert Schullin. „Auch hier muss man allerdings aufpassen und sollte nur von langjährigen Kontakten kaufen. Bei Händlern, die potenzielle Kunden auf der Straße ansprechen, würde man viel zu viel bezahlen, und das sollte man definitiv vermeiden.“ Laien werden in Jaipur oft zum Opfer unseriöser Händler: “Wenn Sie in Jaipur einen riesigen grünen Rohstein angeboten bekommen, dann können Sie sich fast sicher sein, dass es sich dabei um Fluorit handelt. Dieses Mineral wächst ähnlich kantig, ist aber wertlos!“

Smaragd-Grün

Das unvergleichlich intensive Grün eines Smaragdes ist mit keinem anderen natürlich vorkommenden Material vergleichbar. Ihre Färbung ist es auch, die das ausschlaggebende Kriterium für Qualität und Wert von Smaragden ist. Verursacht werden die einzigartigen Grüntöne durch das in den Kristallen enthaltene Chrom, Vanadium und Eisen. Das Zusammenspiel dieser Spurenelemente bestimmt den exakten Farbton eines Steins.

Als die begehrtesten Schattierungen gelten ein bläuliches bis pures Grün mit kräftiger, nicht allzu dunkler Färbung. Smaragde besonders hoher Qualität zeichnen sich durch hohe Transparenz und einer gleichmäßigen Färbung aus, die keine Abstufungen in ihrer Sättigung erkennen lässt.

„Zu helle“ Steine werden nicht als Smaragde kategorisiert. ExpertInnen sind sich jedoch uneinig, ab welcher Farbsättigung ein Rohstein als Smaragd gilt und wann als signifikant weniger wertvoller grüner Beryl: Es gibt keine klare Richtlinie, die festlegt, ab wann die Färbung eines Steins nicht kräftig genug ist, um als smaragdgrün zu gelten. Auch wenn die Färbung zu weit in gelbe oder blaue Töne reicht, wird ein Stein als eine Varietät von Beryl klassifiziert – mit entsprechendem Einfluss auf den Wert des Edelsteins.

Reinheit

Die kleinen Unreinheiten im Inneren von Smaragden werden „jardin“ – französisch für „Garten“ –  genannt. Sie sind fast immer mit dem bloßen Auge erkennbar und werden daher in Smaragden, anders als bei anderen Edelsteinen, weitgehend in Kauf genommen. Erst wenn die Transparenz des Steines entscheidend beeinflusst wird, reduziert sich der Wert des Smaragdes.

Schliff

Zwei Drittel aller Smaragde werden typischerweise in dem nach ihnen benannten Schliff facettiert. Der Smaragd-Schliff ist ein achteckiger Stufenschliff und wurde unter Berücksichtigung der natürlichen Form, aber auch der spezifischen Charakteristika der Rohsteine entwickelt: Smaragde wachsen hexagonal, also 6-seitig.

„Angepasst an das natürliche Wachstum der Steine wurde der typische Smaragd-Schliff entwickelt“, so Herbert Schullin. „Um den Schleif-Verlust zu minimieren, wird entlang der Kontur des Rohsteins geschliffen. Da dieser kantig ist, weist auch der geschliffene Stein Kanten auf. Nichts desto trotz führt ein perfekter Schliff zum höchsten Schleif-Verlust – deswegen sind die am besten geschliffenen Smaragde am teuersten.”

Um Entscheidungen über den exakten Schliff treffen zu können, müssen sowohl Farbton und Widerstandsfähigkeit als auch die inneren Unreinheiten eines Steins beachtet werden. Ein suboptimaler Schliff führt dazu, dass wertvolles Karatgewicht verloren geht. Ziel eines guten Schliffes ist es, sowohl die Makel im Inneren des Steins zu kaschieren als auch dessen Vorzüge bestmöglich hervorzuheben.

Karat-Gewicht

Wie bei den meisten Edelsteinen erhöht sich der Wert eines Smaragdes exponentiell in Abhängigkeit des Karat-Gewichts. Ein dreikarätiger Stein ist somit in etwa sechsmal so viel wert wie ein einkarätiger. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Farbkraft können Smaragde aus Brasilien oftmals sogar höhere Preise als Diamanten von gleichem Karat-Gewicht erzielen. Da sie eine geringere Dichte haben, sind Smaragde in Relation zum Karat-Gewicht größer als Diamanten.

Das perfekte Design

Das unvergleichlich satte, lebendige und strahlende Grün von Smaragden kann durch eine raffiniert ausgearbeitete Fassung perfekt betont werden.

Der Smaragd im unten abgebildeten Ring wird von zwei speziell zugeschliffenen Diamanten im so genannten Shield Cut begleitet, die sein intensives Grün dramatisch hervorheben. Die gelbgoldenen Doppel-Krappen, die den außergewöhnlichen Edelstein halten, kontrastieren mit der aus Weißgold gefertigten Ringschiene.

 

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